Placido Rizzotto Italien 2000, 110 Min., OmU, FSK: nicht geprüft
Regie: Pasquale Scimeca, mit Marcello Mazzarella, Vincenzo Albanese, Gioia Spaziani
Nach dem Krieg gelingt es Placido Rizzotto, Sekretär der Arbeitskammer
von Corleone, nicht mehr, mit Gelassenheit hinzunehmen, dass die
Mafia in seinem Dorf alles kontrolliert und das Leben jedes Einzelnen
bestimmt. Er wird zum Führer der Gewerkschaftsbewegung und organisiert
die Besetzung der großen Latifundien. Aber die Mafia zögert
nicht zurückzuschlagen, indem sie Placidos Mitarbeiter einschüchtert
und ihn zunehmend isoliert. Am Abend des 10. März 1948 verschwindet
Placido Rizzotto spurlos. Ein eher unscheinbarer Mafiamord wie
viele andere. Auf beiden Seiten jedoch sind hier einige junge Männer
involviert, die später für die italienische Zeitgeschichte sehr bedeutend
werden sollten. Der Film erzählt die gewaltsame Zerschlagung eines
Traumes, in der Überzeugung, dass die Beschützung der Schwachen,
jedes Zeichen von Mut und jedes Gefühl für menschliche Würde es
wert sind, erzählt zu werden.
Vortrag im Forum Selinunt Eine griechische Großstadt in Sizilien Am Beispiel der recht gut erforschten Polis Selinunt werden Grundzüge
der Urbanistik und Architektur der Griechen im sizilischen
Kolonialgebiet dargestellt. Das strenge Regelmaß im Stadtplan lässt die
Systematik bei der Anlage der großen Städte erkennen, die dichte Fülle
und Monumentalität der Tempel, aber auch der profanen Bauwerke
stehen für ihren Erfolg und die schnell gewachsene wirtschaftliche und
kulturelle Blüte. Die gegenwärtig vom Deutschen Archäologischen
Institut in enger Zusammenarbeit mit den italienischen Stellen durchgeführte
systematische Ausgrabung der Agora, des zivilen Zentrums
der Stadt, lässt dabei die Lebenswirklichkeit in der blühenden Stadt
ebenso direkt greifbar werden wie ihr katastrophales Ende durch den
karthagischen Eroberer gegen Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr.
Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter Mertens war seit 1970 am Deutschen
Archäologischen Institut in Rom tätig, dem er von 2002 bis zu seiner
Pensionierung 2006 als Direktor vorstand. Er forschte zur Stadtbaukunst
und Architektur der Griechen, besonders in Unteritalien und
Sizilien, mit Schwerpunkt auf Grabungen in Metapont und Selinunt.
Eintritt: 6 EUR / ermäßigt 3,50 EUR
Fotografie heute oder: Was bedeutet Sichtbarkeit? Dr. Anette Hüsch, Kuratorin der Ausstellung, wird in ihrer Führung die unterschiedlichen künstlerischen Strategien im Umgang mit fotografischen Mitteln thematisieren und der Frage nachgehen, was auf welche Weise sichtbar gemacht wird. Eintritt: 8 EUR / 5 EUR
zuzüglich Führungsgebühr: 5 EUR / ermäßigt 3 EUR Teilnahme nur mit schriftlicher Anmeldung Anmeldeschluss: 7. April
Der Legende nach empfanden die Bewohner des sizilianischen Ortes Sperlinga große Sympathie für ihre französischen Eroberer. Diese Sympathie ging so weit, dass sie den bedrängten Franzosen während des Vesper Krieges (1082) Schutz in ihrer Burg gewährten. Als die Angreifer wissen wollten, ob sich die verhassten Franzosen in der Burg versteckten, warfen die Burgbewohner kleine Käsebällchen aus den Schießscharten – und lieferten den „Beweis“, dass sich harmlose Schafshirten hinter den Mauern aufhielten. Doch dieser Käse war nicht aus Schafsmilch gemacht, sondern aus der Milch französischer Frauen...
Die Geschichte von Sperlinga ist nur eine von vielen sizilianischen Legenden, die das neue faszinierende Programm von Etta Scollo ausmachen.Etta Scollo wurde in Catania auf Sizilien geboren. Am Wiener Konservatorium absolvierte sie eine Gesangsausbildung und gewann 1983 beim Diano-Marina-Jazzfestival.
Die Palastkapelle der normannischen Könige in Palermo ist seit langem Gegenstand kunsthistorischer Forschung. Die Veränderungen, Brüche und Entwicklungen in der Konzeption des Bildprogramms sind ein Schlüssel zum Verständnis des gesamten Bauwerks.
Dr. Thomas Dittelbach ist Kunsthistoriker mit den Forschungsschwerpunkten Kunst und Architektur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit sowie Normannenforschung in Süditalien und Sizilien. Zur Zeit lehrt er am Institut für Kunstgeschichte der Universität Bern.
Santo Piazzese und Roberto Mistretta: Krimis aus Sizilien
Moderation: Dr. Paola Barbon, Lektorin für Italienisch am Romanischen Seminar der Universität Bochum
Der 1948 in Palermo geborene Santo Piazzese lebt noch heute in seiner Heimatstadt. Nicht etwa die Mafia steht im Zentrum von Piazzeses Romanen – der Autor interessiert sich nach eigenen Angaben eher für die „normalen“ Verbrechen, alltägliche Straftaten aus dem bürgerlichen Milieu. Die Liebe zum Alltag macht Piazzeses Detektivromane gleichzeitig auch zu einer Studie des sizilianischen Lebens. Amüsant, geistreich und manchmal recht ausschweifend erzählt er von den Tragödien des Alltags und flicht immer wieder Gedanken über Kunst und Musik in die Handlung.
In Roberto Mistrettas Geschichten wird ein lebensechtes und hartes Sizilien lebendig. Die südliche Sonne, die eisernen Regeln einer nach wie vor geradezu archaisch patriarchalen Gesellschaft, das Misstrauen gegenüber der Obrigkeit und eine vornehme Zurückhaltung, wenn es um Mithilfe bei der Aufklärung von Verbrechen geht, prägen die Atmosphäre des Geschehens. Roberto Mistretta, 1963 im sizilianischen Mussomeli geboren, arbeitet als Journalist und Romanautor.
Die mit der Liebe spielen (L´Avventura) Italien/Frankreich 1960, 145 Min., OmeU, FSK: ab 18
Regie: Michelangelo Antonioni, mit Gabriele Ferzetti, Lea Massari, Renzo Ricci, Monica Vitti
Eine kleine Gruppe von Angehörigen der italienischen Oberschicht begibt sich auf einen Ausflug zu der kleinen äolischen Insel Lisca Bianca vor der Küste Siziliens. Unter ihnen befinden sich der junge Architekt Sandro, seine Freundin Anna und deren Freundin Claudia. Nach einem Streit mit Sandro verschwindet Anna plötzlich, und die Gruppe begibt sich auf die Suche, ohne sie jedoch zu finden. Während ihrer Suche nach Anna in ganz Sizilien entspinnt sich ein Liebesabenteuer zwischen Sandro und Claudia, das einer Berg- und Talfahrt gleichkommt.
Die Jagd mit Greifvögeln, die Beizjagd, zählt zu den ältesten Jagdformen der Menschheit und entwickelte sich zu einem Privileg und Statussymbol des Adels. Kaiser Friedrich II. gilt als Verfasser der ersten Abhandlung zur Beizjagd innerhalb der europäischen Literatur, die eine Reihe unterschiedlicher Themen vereinigt: Von der naturwissenschaftlichen Beobachtung und der Vogelkunde über das Handwerk der Falknerei bis zu den charakterlichen und körperlichen Erfordernissen eines Falkners.
Dr. Wilfried Dörstel ist Kunsthistoriker, Lehrbeauftragter für Kunstgeschichte an der Universität Bonn, Kurator, Autor und arbeitet als Wildnislehrer.
Teilnahmebeitrag für den Vortrag: 6 EUR / ermäßigt 3,50 EUR
13 und 15 Uhr
Flugdemonstration auf dem Dachgarten
Der Falkner Karl Fischer (Greifvogelstation Hellenthal) präsentiert Falken und andere Greifvögel und erläutert Training, Flugtechniken und Aufzucht.
Die Flugdemonstration ist kostenfrei.
Kain Karawahn präsentiert:
Vulkanismen in Küchen und Künsten
Ätna, Empedocles, Stromboli und Vulcano laden ein Film: Birth of an Island
Mehrfach ausgezeichnete, künstlerische Dokumentation über einen sich aus dem Meer kochenden Vulkan Vortrag: Vulkanismen in Küchen und Künsten
Eine illustrierte Ausbruchgeschichte über kulturelle und künstlerische Werte von Vulkanismen Performance: vulkanFESTakt
Laboratorische Eruption eines sizilianischen Lavabrockens
Im Europa des 18. Jahrhunderts loderte das Interesse an Vulkanen in einer breiten Bewegung des Bildungsbürgertums heran. Man reiste zum ausbrechenden Vesuv, um die Schönheiten des Vulkanismus zu studieren und zu feiern. Berühmte Zeitgenossen wie Goethe, William Turner, Casanova und Joseph Wright of Derby verwandelten das Naturereignis Vulkan zugleich in ein Kulturereignis. Es wurde nicht nur beobachtet, beschrieben und gemalt, sondern alles Vulkanische war ebenso Bühne und Thema für Theater, Konzert, Lesung, Tanz und Picknick. Getreu diesem Grundsatz, dass zum Ernst des Erkennens unbedingt das Fest der Sinne gehört, gestaltet der Künstler Kain Karawahn eine magmatische Veranstaltung als 3-gängiges, vulkanisch-sizilianisches Menü mit Vorspeise (Film), Hauptspeise (Vortrag) und Dessert (Performance).
Kain Karawahn beschäftigt sich u.a. mit den kulturellen und künstlerischen Aspekten von Aufenthalten auf Vulkanen. Zu diesem Zweck reist er regelmäßig zu Begegnungen mit einheimischen Künstlern, Wissenschaftlern und Interessierten auf den Vulkan Stromboli.
Eintritt: 10 EUR / ermäßigt 5 EUR
MONTAGS Jazz im Restaurant
Montag, 21. April | 20.30 Uhr
MONTAGS Jazz im Restaurant Diners-Club-Band Adi Becker und seine sechsköpfige Diners Club Band verschmelzen an diesem Abend Elemente aus Jazz und Funk. Hierbei werden sowohl Jazzfans als auch Freunde grooviger Tanzmusik auf ihre Kosten kommen.
Der Eintritt ist frei.
Eine Ausstellung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien Die Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland wird von der Regierung der Bundesrepublik Deutschland getragen und finanziert. Das Ziel dieser Sammlung ist die Dokumentation des künstlerischen Schaffens und der Entwicklung der zeitgenössischen Kunst in der Bundesrepublik Deutschland. Die Sammlung hat kein Ausstellungsgebäude, ihre Werke werden vielmehr an öffentliche Institutionen, Ministerien, Botschaften, das Bundeskanzleramt, aber auch an zahlreiche Museen in Deutschland ausgeliehen. Für die Öffentlichkeit ist dieser Bestand vor allem in Ausstellungen zugänglich.
Rosa Schmitt-Neubauer, Referatsleiterin für Bildende Kunst – Kulturschutzgut beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, führt in ihrem Vortrag in die Aufgabe, Struktur und in den Bestand der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland ein.
Eine schriftliche Anmeldung ist erforderlich.Die Teilnehmerzahl ist auf 350 Personen begrenzt. Anmeldeschluss: 15. April
(Fax: 0228 9171-244, E-Mail:paedagogik@kah-bonn.de oder per Post)
Stromboli (Stromboli, terra di Dio) Italien 1949, 107 Min., DF, FSK: ab 12
Regie: Roberto Rossellini, mit Ingrid Bergmann, Mario Vitale, Renzo Cesana und Einwohnern von Stromboli
Ein Flüchtlingsmädchen aus Litauen sucht Geborgenheit bei einem Fischer in einem kleinen Dorf auf der Vulkaninsel Stromboli. Aber der Mann ebenso wie die Frauen des Dorfes demütigen sie. Zudem ist das Dorf ständig in seiner Existenz durch den Vulkan bedroht. Sie gerät in einen Gewissenskonflikt, weil sie nicht weiß, ob sie dort länger bleiben soll.
Für „Stromboli“ stand Ingrid Bergman zum ersten Mal vor der Kamera von Roberto Rossellini, der ganz im Stil des Neo-Realismus gekonnt Dokumentation und Fiktion zusammenfließen lässt.
Offene Akademietagung in Zusammenarbeit mit der Thomas-Morus-Akademie, Bergisch-Gladbach Mystik und Bildlichkeit Der Umgang mit dem Bild in den Religionen
Die Ausstellung führt den Besucher in die dem Europäer zunächst fremde, manchmal auch befremdliche Bilderwelt dieser mystisch inspirierten Form des Buddhismus ein. Mystisches Denken steht allgemein in einem problematischen, aber auch produktiven Verhältnis zum Bild. Einerseits sucht die Mystik das Wahre und Heilige jenseits der Worte und Bilder, andererseits findet sie es gerade auch in Worten und Bildern – manchmal in den Bildern noch mehr als in den Worten. Neben die Bildkritik tritt somit die aktive Nutzung der Bildlichkeit als Zugang zur Realisierung der mystischen Wahrheit. Die Tagung untersucht beide Aspekte in mystischen Strömungen des Christentums, des Buddhismus und des Islam.
Vortragende: Priv.-Doz. Dr. Reiner Manstetten, Dr. Fateme Rahmati, Prof. Dr. Gregor Paul, Prof. Dr. Christian Steineck. Informationen und Programm
Informationen und Anmeldung:
Thomas-Morus-Akademie Bensberg
Overather Straße 51-53
51429 Bergisch Gladbach
Telefon 0 22 04 - 40 84 72, Telefax 0 22 04 - 40 84 20, akademie@tma-bensberg.de, www.tma-bensberg.de
Eintritt: 55 EUR (Tagungsbeitrag, 2-Gang-Mittagessen, Kaffee-/Teepause, Eintritt und Führung durch die Ausstellung)
Feuerritual Saito-goma der Mönche vom Daigo-ji Tempel auf der Südwiese
Das Feuerritual, eine religiöse Zeremonie des Shugendô (Bergasketentum), ist der wichtigste und für Laien eindrucksvollste Ritus im Shingon-Buddhismus. Als Hauptkultfigur wird Fudô-myôô (König des Wissens) verehrt. Das Ritual wird für den Weltfrieden und zum Wohle des Staates durchgeführt. Auf dem Altar im Tempel werden symbolisch Stäbchen aus speziellem Holz verbrannt. Gleichzeitig wird vor dem Tempel im Freien im Rahmen einer großen Prozession ebenfalls symbolisch ein Haufen aus Zedernzweigen verbrannt. Während des Verbrennens werden Gebete gesungen und ein magischer Tanz aufgeführt. Wenn das Feuer erloschen ist, gehen zuerst die Mönche und dann mit ihrer Hilfe die Laien barfuß über die glühenden Kohlen.
Einführungsvortrag im Forum, exklusiv für
ArtCard-Inhaber
Erstmals sind die großartigen Tempelschätze eines der ältesten Klöster Japans in Deutschland zu sehen: Daigo-ji. Die Ausstellung zeigt 240 herausragende Werke, darunter großformatige Skulpturen, wertvolle Gemälde und Bildrollen, kostbare Lackarbeiten, kunstvolle Kalligraphien, Sutren – die heiligen Schriften des Buddhismus – von unschätzbarem Wert. Sie sind nicht nur als Kunstobjekte zu bewundern, sondern sollen auch als Gebrauchsgegenstände einer bis heute praktizierten Religion erfahrbar werden.
Tomoe Steineck, Japanologin und Kuratorin der Ausstellung, führt in ihrem Vortrag in die einzelnen Ausstellungskapitel ein.
Eine schriftliche Anmeldung ist erforderlich.Die Teilnehmerzahl ist auf 350 Personen begrenzt. Anmeldeschluss: 15. April
(Fax: 0228 9171-244, E-Mail:paedagogik@kah-bonn.de oder per Post)
Kino im Forum in Kooperation mit der Bonner Kinemathek
Warum Bodhi Dharma in den Orient aufbrach? Südkorea, 1989, 137 Minuten, OmU, FSK: ohne Altersbeschränkung
Regie, Drehbuch, Kamera, Ausstattung, Schnitt, Ton: Bae Yong-Kyun mit Yi Pan-Yong, Sin Won-Sop, Huang Hae-Jin
Hyegok, der alte Zen-Meister, leitet mit liebevoller Strenge seine beiden Schüler auf den verschlungenen Pfaden der buddhistischen Lehre. Sie leben in einem kleinen, abgeschiedenen Kloster in den koreanischen Bergen. Doch als der Meister krank wird und im Sterben liegt, ändert sich die Situation...
Der Film wurde 1989 beim Filmfestival von Locarno mit dem „Goldenen Leoparden“ ausgezeichnet und anschließend zu einem Überraschungserfolg in den europäischen Kinos.