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Power Play

Anna Uddenberg

5. April bis 15. September 2019

Anna Uddenberg begann ihr Kunststudium an der Städelschule in Frankfurt und wechselte dann an die Königliche Akademie der freien Künste in Stockholm, wo sie 2011 ihren Abschluss machte. Neben ihren Einzelausstellungen nahm sie seitdem an zahlreichen wichtigen Themenausstellungen teil, unter anderem an der 9. Berlin Biennale, der Manifesta 11 in Zürich und einer Ausstellung im Stedelijk Museum Amsterdam.

«Diese sozial kodierten Umgebungen sind Momente, in denen die ‚Komfortzone‘ herausgefordert wird. […] Genießen Sie es! Sonst gibt’s Ärger.»Steven Warwick

In ihrer Arbeit beschäftigt sich die Künstlerin mit gesellschaftlichen Konventionen und Normen, die unserer Konsumkultur entspringen. Sie hinterfragt überkommene Denk- und Sehgewohnheiten  ebenso wie unsere Vorstellung von mentaler und physischer Beweglichkeit. Durch die Brille der Feedback-Schleife der sozialen Medien analysiert die Künstlerin Darstellungsstereotypen, die Performativität von Femme-ininität und deren Querverbindung zu Konsumkultur und Geschlechterforschung. Das Interesse Uddenbergs an Femme-ininität als Figuration richtet sich besonders auf Machtverhältnisse im Berufsalltag und darauf, das Konzept von weiblichen Wesen als beseelt von dem Wunsch, es allen recht zu machen, als aktive Zuhörerin, als flexibel, anpassungswillig, handzahm und benutzerfreundlich neu zu verhandeln und zu zeigen, was passiert, wenn diese Rollenvorgaben aufgebläht und auf völlig absurde Weise übersteigert werden.

Indem sie bestimmte, gewöhnlich mit Komfort und Behaglichkeit assoziierte Komponenten, Strukturen und Klischeevorstellungen herausarbeitet, verfremdet und auf die Spitze treibt, stellt die Künstlerin konventionelle Lesarten von Weiblichkeit auf den Kopf und zeigt, dass diese Codierungen dem Genuss anderer dienen und Femininität mit Ausbeutung verbunden ist. Mit stark überdehnten Körpern bieten ihre Figuren ein fast akrobatisches Stillleben im Raum und ein dichtes, spannungsreiches Narrativ, das unsere übersteigerten Vorstellungen von Perfektion hinterfragt.

Dieser konzeptuelle Ansatz bestimmt auch Uddenbergs mit Sitzmöbeln assoziierte Werke. Diese auf den ersten Blick Funktionalität, Komfort, Luxus und Sicherheit suggerierenden Arbeiten erweisen sich bei näherem Hinsehen als ein kryptisches Extrakt der Figurationen und vertiefen die Auseinandersetzung mit der Darstellung weiblicher Identität, die ihrem künstlerischen Schaffen zugrunde liegt. Im Zusammenspiel bieten die Skulpturen im eigens gestalteten Ausstellungsraum ein überzeugendes Power Play.

Ihre Überzeichnung des weiblichen Körpers und ihre Methode, ihn als collagierte Synthese von objets trouvés und Handgefertigtem zu de- und (re)konstruieren, halten der modernen Gesellschaft den Spiegel vor. Ihre visuell irritierenden und häufig überraschenden Arbeiten fordern uns auf, die Normen und Werte unserer Zeit zu hinterfragen.

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Eintritt und Tickets im Vorverkauf

Zum Vorverkauf mit Fahrausweis zum selbst ausdrucken

4 €/ermäßigt 3 €
(Kassenpreise der Bundeskunsthalle)

Freitags freier Eintritt für Schulklassen
Happy-Hour-Ticket: 7 € für alle Ausstellungen (jeweils 2 Std. vor Schließung, nur für Individualbesucher).
Es werden auch Kombikarten zum Besuch aller zeitgleich in der Bundeskunsthalle stattfindenden Ausstellungen angeboten. Weitere Informationen zu den Eintrittspreisen

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Quellennachweise anzeigen
Abbildungen
  1. Cuddle Clamp, 2017, verschiedene Materialien, Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland – Sammlung Zeitgenössische Kunst© Photo: Andrea RossettiAnna Uddenberg, Cuddle Clamp, 2017, verschiedene Materialien, Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland – Sammlung Zeitgenössische Kunst © Photo: Andrea Rossetti
  2. Anna Uddenberg Focus (keep calm), 2018, 158 x 60 x 70 cm© Photo: Gunter LepkowskiAnna Uddenberg, Focus (keep calm), 2018, 158 x 60 x 70 cm, Courtesy the artist; Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin © Photo: Gunter Lepkowski
  3. Anna Uddenberg, Psychotropic Lounge (I), 2019, Courtesy the artist and Kraupa-Tuskany Zeidler, BerlinAnna Uddenberg, Psychotropic Lounge (I), 2019, Courtesy the artist and Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin
  4. Anna Uddenberg, Psychotropic Lounge (II), 2019, Courtesy the artist and Kraupa-Tuskany Zeidler, BerlinAnna Uddenberg, Psychotropic Lounge (II), 2019, Courtesy the artist and Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin
  5. Anna Uddenberg, Spoiled, 2019, Courtesy the artist and Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin © Photo: Gunter LepkowskiAnna Uddenberg, Spoiled, 2019, Courtesy the artist and Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin © Photo: Gunter Lepkowski
  6. Anna Uddenberg Focus (keep calm), 2018, 158 x 60 x 70 cm, Courtesy the artist; Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin © Photo: Gunter LepkowskiAnna Uddenberg Focus (keep calm), Ausschnitt, 2018, 158 x 60 x 70 cm, Courtesy the artist; Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin © Photo: Gunter Lepkowski

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