Das neue Diskursformat der Bundeskunsthalle geht an den Start
Premiere am 12. Mai 2021 mit Monika Grütters und Eva Kraus zur Zukunft der Kulturpolitik – im Stream aus dem Kanzlerbungalow

Mit STUDIO BONN startet die Bundeskunsthalle am 12. Mai 2021 ein neues Diskursformat. Es widmet sich in den kommenden Jahren verschiedenen Themenzyklen, beginnend mit der Programmreihe „The Common Ground“ über das Verhältnis von Kultur und Gesellschaft. Zur Premiere sprechen Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Intendantin Eva Kraus mit dem neuen Programmkurator Kolja Reichert über die Zukunft der Kulturpolitik.

The Common Ground
Die Zukunft der Kulturpolitik
Mittwoch, 12. Mai 2021, 21.15 Uhr digital auf dieser Seite
im Stream aus dem Kanzlerbungalow und später auf Abruf in der Mediathek

Seit im Jahr 1992 die Bundeskunsthalle eröffnete, ist der politische Kurswert von Kultur konstant gestiegen. Das zeigt sich schon in den Budgetzuwächsen, die Kulturstaatsministerin Monika Grütters in acht Jahren Amtszeit erkämpfte – zuletzt in den zwei Kulturmilliarden zur Linderung der Folgen der Corona-Pandemie. Aber versteht die Politik wirklich, wie Kultur funktioniert und was sie leistet? Reichen die bestehenden Instrumente, um die Arbeit von Künstlerinnen und Künstlern zu sichern? Wie müssen Kultureinrichtungen sich verändern? Braucht es ein Bundeskulturministerium? Und was bleibt von der Kulturhoheit der Länder? Zur Premiere von STUDIO BONN diskutieren Kulturstaatsministerin Monika Grütters, Intendantin Eva Kraus und Kolja Reichert über die Zukunft der Kulturpolitik.

STUDIO BONN
Der Kunstkritiker, Autor und Kurator Kolja Reichert konzipiert und moderiert als Programmkurator mit Schwerpunkt Diskurs der Bundeskunsthalle die neu geschaffene Programmreihe STUDIO BONN. Internationale Künstler*innen, Wissenschaftler*innen, Entwickler*innen und Aktivist*innen diskutieren live in der Bundeskunsthalle und im Bonner Kanzlerbungalow Fragen, welche die Gesellschaften von morgen bestimmen werden. Als interdisziplinärer Think Tank richtet sich STUDIO BONN an ein allgemein interessiertes Publikum ebenso wie an Expert*innen. Neben gestreamten Podiumsdiskussionen sind Podcasts, Essays und weitere Formate geplant. „Mit STUDIO BONN positioniert sich die Bundeskunsthalle als Zukunftslabor und Debattenraum mit unterhaltsamen und pointierten Gesprächen über neueste gesellschaftliche Herausforderungen und Potentiale“, erklärt Intendantin Eva Kraus. „Mit Kolja Reichert als Kurator gewinnt unser Team einen klugen und zugleich visionären Kopf mit Gespür für große Themen, mit Lust am Experimentellen – er ist stets nah am Puls der Zeit.“
Kolja Reichert: „Ich freue mich über die Chance, die Möglichkeiten einer öffentlichen Institution mit dem Zukunftsenthusiasmus zu verbinden, der gerade wieder im Netz herrscht. STUDIO BONN soll eine Art Korallenriff öffentlichen Nachdenkens über die Gemeingüter werden, das mit der Zeit wächst und verschiedenste Perspektiven und mediale Experimente einbezieht.“

Mit der Diskussion am 12. Mai wird der erste Themenzyklus „The Common Ground“ ins Leben gerufen. Er stellt im Anschluss an die Erfahrungen der Corona-Pandemie die Frage nach dem Allgemeinen: Was hält Gesellschaften zusammen? Welche Techniken und Institutionen erlauben produktive Auseinandersetzungen über die Zukunft? Und welche Rolle spielen darin Kunst und Kultur?

Im Juli kommt der parallel laufende Themenzyklus „Exchange Values“ hinzu. Er dreht sich um die Frage, was in der Gesellschaft warum welchen Wert hat und wie sich die Dynamiken der Wertbildung geändert haben. Insbesondere geht es um die Chancen der Blockchain-Technologie für neue Modelle der Teilhabe. Auftakt wird ein Gespräch zwischen Literaturwissenschaftler Joseph Vogl und, der Künstlerin Hito Steyerl und dem Musiker Ville Haimala von der Band Amnesia Scanner sein.

Kolja Reichert
Am 1. Juni übernimmt Kolja Reichert die neu geschaffene Position des Programmkurators mit Schwerpunkt Diskurs in der Bundeskunsthalle. Der bekannte Kunstkritiker und Kurator, 38, studierte Philosophie und Neuere deutsche Literatur an der Freien Universität Berlin. Ab 2006 schrieb Kolja Reichert regelmäßig in Feuilletons über Musik, Kunst und Stadtentwicklung; zwischen 2016 und 2017 verantwortete er in Vertretung die Kunstberichterstattung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, bis 2020 die der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Er unterrichtete an verschiedenen Hochschulen und schrieb Essays für Ausstellungskataloge, zuletzt über die Werke von Franz Erhard Walther und Kai Althoff. 2012 erhielt er den Preis für Kunstkritik der deutschen Kunstvereine und der Art Cologne. 2018 verlieh ihm die Akademie der Künste Berlin den Will-Grohmann-Preis. Im September 2021 erscheint sein Buch „Kryptokunst" in der Reihe Digitale Bildkulturen im Wagenbach Verlag.