Studio Bonn ist das neue Diskurs-Format der Bundeskunsthalle. Als öffentlicher Think Tank richtet es sich an Expert*innen wie an ein allgemein interessiertes Publikum. Internationale Künstler*innen, Wissenschaftler*innen, Programmierer*innen oder Aktivist*innen diskutieren live in der Bundeskunsthalle, im Kanzlerbungalow und anderen Orten Fragen, welche die Gesellschaften von morgen bestimmen werden. In deutsch- und englischsprachigen Videos und Podcasts bleiben die Veranstaltungen zugänglich und laden zum kollektiven Weiterdiskutieren ein. Ergänzt um vertiefende Essays, wächst so ein Korallenriff langfristigen Nachdenkens über unseren Common Ground.

 

STUDIO BONN. Diskurs in der Bundeskunsthalle

The Common Ground
404 – EUROPE NOT FOUND
Donnerstag, 9. Dezember, 19 Uhr – in 2G!
Live im Forum (Einlass 18–18:55 Uhr) und im Livestream
10 €/erm. 5 € inkl. VRS über Bonnticket

Im Rahmen der Veröffentlichung des Podcasts: EUROPA, WAS LOS?

Gibt es ein junges, europäisches Bewusstsein? Junge Europäer*innen stellen Fragen an Europa, und Expert*innen antworten.
Bereiten mich Schule und Studium ausreichend auf ein Leben im Europa der Zukunft vor? Weshalb funktioniert die Digitalisierung überall aus anderen Gründen nicht, obwohl vermeintlich doch alle das Gleiche wollen? Gibt es ein junges, europäisches Bewusstsein, oder ist die Demokratie in Gefahr? Und wo ist unsere viel beschworene europäische Kultur eigentlich zu finden? Studio Bonn feiert Premiere des Podcasts „Europa, was los?“. Junge Europäer*innen stellen darin Fragen an Europa, und Expert*innen antworten.

„Europa, was los?“ entsteht in Zusammenarbeit mit der Initiative culture-council.eu. Deren Mitgründer Janis Gebhardt hat in sechs europäischen Ländern Stimmen der Generation gesammelt, die Europa gerade erst für sich entdeckt, ihre Hoffnungen und ihre Skepsis. Am 9. Dezember werden die ersten drei Folgen veröffentlicht, in denen die Historikerin Ute Frevert oder Quang Paasch von Fridays for Future antworten. Und die vierte Folge wird an diesem Abend im Forum der Bundeskunsthalle aufgezeichnet.

Auf der einen Seite sitzen die 21-jährige RUS GHEORGHIU EVA IULIA aus Timișoara (Rumänien) und der 20-jährige ARTÛRS ZÂÌERIS aus Riga (Lettland). Mit dabei JOHANNES NICHELMANN, Journalist, Autor und Moderator von „Europa, was los?“. Ihnen gegenüber sitzen die Entrepreneurin GHAZALEH KOOHESTANIAN, die mit ihrem Unternehmen re2you Lösungen für europäische Datensouveränität erarbeitet; der Philosoph LORENZO MARSILI, der mit Yanis Varoufakis die paneuropäische Partei DiEM25 gründete und sich mit der Organisation European Alternatives für ein demokratischeres, gerechteres und kulturell offeneres Europa einsetzt; und die Politikanalystin SOPHIE PORNSCHLEGEL, derzeit Fellow am European Policy Centre (EPC) in Brüssel. Gemeinsam sprechen sie darüber, was in Europa besser funktionieren könnte – und was digitale und kulturelle Infrastruktur dazu beitragen könnten.

Außerdem:
EUROPA, WAS LOS?
Ab 9. Dezember überall, wo es Podcasts gibt!

Gefördert mit Mitteln aus Neustart Kultur

 

STUDIO BONN. Diskurs in der Bundeskunsthalle

Tauschwerte
WEM GEHÖRT DIE KUNST?

Samstag, 20. November 2021, 19 Uhr
Live im Forum (Einlass 18.30–18:55 Uhr) und im Livestream
10 €/erm. 5 € inkl. VRS über Bonnticket

Im Rahmen des Symposiums "Die Rolle von Privatsammlungen für die Öffentlichkeit"

Hinweis: Chus Martínez kann leider aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen.

Was verbindet die Fürstenporträts der Renaissance mit digitaler Kunst und NFTs? Wie unterscheiden sich Formen des Sammelns je nach Gesellschaftsform? Wie fordern dezentrale Kollektive die Museen heraus, und welche neuen Kunstbegriffe werden dadurch denkbar? Ist die Anhäufung von Kunstschätzen noch zeitgemäß? Darüber diskutiert Studio Bonn-Moderator Kolja Reichert mit dem Direktor der Uffizien Eike Schmidt, dem Künstler Harm van den Dorpel und der Kuratorin und Professorin Clémentine Deliss.

Als Direktor der Uffizien in Florenz verwaltet Eike Schmidt die Ursprünge privaten Kunstsammelns. Während des NFT-Booms im Frühjahr 2021 verkauften auch die Uffizien eine digitale Kopie von Michelangelos „Tondo Doni“. Im Interview mit dem „Handelsblatt“ äußerte Schmidt jüngst, „dass sich schon sehr bald die weitaus interessanteren Dialoge nicht in Museen oder Galerien, sondern im Metaverse abspielen werden“.

Harm van den Dorpel beschäftigt sich seit Jahren mit Eigentumszertifikaten für digitale Kunst. Kürzlich verkaufte er alle Werke der von ihm gegründeten „Left Gallery“ aus und sicherte damit sich und Künstlerkolleg*innen unverhoffte Einkommen. Aktuell berät er eine Gruppe niederländischer Sammler*innen, deren Sammlungen ins 17. Jahrhundert zurückreichen, hinsichtlich der Möglichkeiten Blockchain-basierter DAOs (Dezentraler Autonomer Organisationen).

Clémentine Deliss ist Global Humanities Professor of History of Art an der Universität Cambridge und Assoziierte Kuratorin in den Kunst-Werken Berlin. Von 2010 bis 2015 leitete sie das Frankfurter Weltkulturen Museum, wo sie Schriftsteller*innen, Künstler*innen und Designer*innen einlud, mit Objekten aus den Sammlungen praktisch zu forschen, um sie aus den Schubladen der Ethnologie zu befreien. In ihrem Buch „The Metabolic Museum“ (Hatje Cantz 2020) legt Deliss dar, wie Museen ihre Sammlungen in lebendige Bildungs- und Forschungsstätten verwandeln könnten, die allen Menschen offen stehen.

„Wem gehört die Kunst?“ ist das zweite Studio Bonn des Themenzyklus „Tauschwerte“, der im Juli mit „Krypto-Kapitalismus“ mit Hito Steyerl, Joseph Vogl und Ville Haimala begann. Mit „Tauschwerte“ fragt Studio Bonn, was in der Gesellschaft warum welchen Wert hat und wie sich die Dynamiken der Wertbildung geändert haben. Insbesondere geht es um die Chancen der Blockchain-Technologie für neue Modelle der Teilhabe.

Abbildungen © Le Gallerie degli Uffizi, Florenz

STUDIO BONN. Listening to the Future
Das Diskursformat der Bundeskunsthalle

The Common Ground
LETZTER FLUG KABUL

Perspektiven für Kunst und Kultur in Afghanistan
Dienstag, 12. Oktober, 19 Uhr, live im Forum (Einlass: 18–18.55 Uhr)
und im Livestream mit simultaner Übersetzung: Deutsch, Dari und Englisch
10 €/erm. 5 € inkl. VRS über Bonnticket

Künstler*innen sind geflohen, wenn sie konnten, Kulturschätze im Bamiyan-Tal wurden geplündert und zum Kauf angeboten – und die chinesischen Schürfrechte für die Kupfermine unter der Ausgrabungsstätte in Mes Aynak stehen vor der Neuverhandlung. Nach der erneuten Machtübernahme durch die Taliban ist in Afghanistan abermals eine Zeit der Ungewissheit angebrochen. Was bleibt von den Institutionen, die in den vergangenen zwanzig Jahren aufgebaut wurden, auch durch deutsches Engagement? Welche Perspektiven gibt es für den Kulturerhalt? Und wie lässt sich die kulturelle Abschottung des Landes noch verhindern? Darüber diskutieren die Filmemacherin Sahraa Karimi, der Direktor des Nationalen Musikinstituts Ahmad Sarmast, der Diplomat Martin Kobler und die Ausstellungsleiterin der Bundeskunsthalle Susanne Annen mit der Journalistin und Moderatorin Natalie Amiri bei STUDIO BONN.

Die Regisseurin Sahraa Karimi, 1985 in Teheran geboren, leitete seit Mai 2019 als erste Frau die 1968 gegründete Afghan Film Organisation. Nach der Einnahme Kabuls durch die Taliban Ende August 2021 musste sie das Land verlassen. Ihr Film "Hava, Maryam, Ayesha" feierte 2019 auf den Filmfestspielen von Venedig Premiere.

Ahmad Naser Sarmast, 1963 geboren, ist Musikethnologe. Er schloss 1981 sein Studium an der afghanischen Musikhochschule ab, verließ während des Bürgerkriegs Anfang der 1990er Jahre das Land und kehrte nach der Niederlage der Taliban zurück. 2010 eröffnete er das Nationale Musikinstitut in Kabul. 2014 wurde er bei einem Selbstmordanschlag der Taliban verletzt. Im August 2021 musste er nach der Rückkehr der Taliban an die Macht das Land verlassen. Er lebt in Melbourne, Australien.

Martin Kobler, 1953 in Stuttgart geboren, war deutscher Botschafter in Pakistan,  (2017-2019), Irak (2006-2007) und Ägypten (2003-2006). Zuvor leitete er UN-Missionen in Libyen (2015-2017), Kongo (2013-2015), Irak (2011-2013) und Afghanistan (2010-2011). Von 2007 bis 2010 war er Leiter der Abteilung für Kultur und Kommunikation im Auswärtigen Amt, von 2000 bis 2003 Büroleiter des Außenministers Joschka Fischer. In seine Zeit fiel damit die Sprengung der Buddha-Statuen im Bamiyan-Tal durch die Taliban im März 2001 und der Einmarsch der ISAF-Truppen in Afghanistan. Als Kuratoriumsmitglied der Gerda-Henkel-Stiftung war er in den letzten Jahren in die private deutsche Kulturförderung in Afghanistan involviert.

Als Ausstellungsleiterin der Bundeskunsthalle kuratierte Susanne Annen , 1965 in Meerbusch geboren, im Jahr 2010 die Ausstellung "Afghanistan. Gerettete Schätze. Die Sammlung des Nationalmuseums in Kabul". Anschließend arbeitete sie in Kabul als Beraterin des afghanischen Ministeriums für Information und Kultur und organisierte und konzipierte Sammlungen, Ausgrabungen und Ausstellungen.

Natalie Amiri, geboren 1978 in München, Tochter einer deutschen Mutter und eines iranischen Vaters, berichtete ab 2007 als ARD-Korrespondentin aus Teheran, wofür sie unter anderem 2019 für den deutschen Fernsehpreis nominiert wurde. Amiri moderiert die ARD- Sendung "Weltspiegel" und den Euroblick im Bayerischen Fernsehen. Die Bestsellerautorin reiste wiederholt nach Afghanistan und arbeitet derzeit an einem Buch über das Land.

Abb. Rada Akbar, Colourful Life, 2011© Rada Akbar

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Bei Veranstaltungen gilt die 3G-Regel. Einlass nur mit Geimpften-/Genesenen-Nachweis oder mit negativem Corona-Test.
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STUDIO BONN. Listening to the Future
Das Diskursformat der Bundeskunsthalle

The Common Ground
WIE WIR UNS AUFEINANDER BEZIEHEN

Montag, 20. September, 20:15 Uhr, live im Forum (Einlass: 19.15–20.10 Uhr)
und im Livestream
12 €/erm. 8 € inkl. VRS über Bonnticket

Gehen politische Kämpfe unter in Identitätspolitik? Oder wird durch das gewachsene Selbstbewusstsein von Minderheiten und die Vervielfältigung der Perspektiven erst sichtbar, wie viel (weiße, mitteleuropäische, christliche) Identitätspolitik unsere Gesellschaft auch bisher schon bestimmt hat? Wie verändert sich das Zusammenleben durch die neuen Höflichkeiten und das Ringen um die richtigen Ausdrucksformen? Ist die Meinungsfreiheit bedroht, oder wird sie gerade erst erkämpft? Darüber diskutieren am 20. September 2021 die Journalistin Petra Gerster und der Journalist Mohamed Amjahid mit Studio Bonn-Moderator Kolja Reichert in einer Installation der Künstlerin Verena Issel.

Über zwanzig Jahre lang sprach Petra Gerster (geboren 1955 in Worms) die heute-Nachrichten im ZDF – zuletzt mit Genderstern. Seit ihrem Abschied aus den Nachrichten Ende Mai 2021 schreibt Petra Gerster mit ihrem Mann, dem Journalisten Christian Nürnberger, ein Buch über Identitätspolitik, das im November erscheint („Vermintes Gelände. Wie der Krieg um Wörter unsere Gesellschaft verändert“, Heyne 2021). Bei Studio Bonn spricht sie zum ersten Mal über ihre Beobachtungen und Thesen.

In seinen Büchern und Beiträgen in Zeitungen und sozialen Medien zeigt der Politikwissenschaftler und Journalist Mohamed Amjahid (geboren 1988 in Frankfurt am Main), wie struktureller Rassismus funktioniert – und wie eine Gesellschaft und eine Sprache aussehen könnten, in denen alle gleiche Rechte und gleichen Respekt genießen. Zuletzt erschien von Mohamed Amjahid „Der Weiße Fleck: Eine Anleitung zu antirassistischem Denken“ (Piper 2021), davor „Unter Weißen: Was es heißt, privilegiert zu sein“ (Hanser Berlin 2017).

In farbenfrohen Collagen und Installationen aus günstigen Materialien baut Verena Issel (geboren 1982 in München) Wiedergänger von Formen der Kunstgeschichte – und befragt diese auf ihre Gültigkeit für die digitale Gegenwart, die von einem Zerfließen der Formen bestimmt ist. Für Studio Bonn verwandelt Verena Issel ihre ortsspezifische Installation „SOFT RUINS (Aset in Tadmor II)“ (2018/2021) in ein Fernsehstudio. Die Installation mit antiken Säulen aus pastellfarbenem Schaumstoff entstand unter dem Eindruck der Zerstörung der Tempelanlage von Palmyra (auch Tadmor) durch den Islamischen Staat im Jahr 2015. Aset ist der mittelägyptische Name für Isis, die ägyptische Göttin der Zerstörung und des Wiederaufbaus.

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Sehen Sie hier die deutschsprachige Version des Videos.

STUDIO BONN. Diskurs in der Bundeskunsthalle

Exchange Values
KRYPTO-KAPITALISMUS

15. Juli, 20.15 Uhr, live im Forum (Einlass: 19.15–20.10 Uhr)
12 €/erm. 8 € inkl. VRS über Bonnticket

Die Künstlerin HITO STEYERL, der Literaturwissenschaftler JOSEPH VOGL und der Musiker VILLE HAIMALA von der Band Amnesia Scanner diskutieren mit KOLJA REICHERT die Chancen und Risiken eines dezentralen Internets für die Künste und die Demokratie.

GIBT ES KÜNFTIG NOCH EINEN UNTERSCHIED ZWISCHEN KUNST UND GELD?

Der Hype um Kryptokunst und digitale Eigentumszertifikate (NFTs) hat einen Karneval der Zeichen ausgelöst, in dem die Grenzen von Kultur, Ökonomie und Politik verschwimmen. Erlaubt die Blockchain-Technologie Auswege aus dem parasitären Plattformkapitalismus, in dem alle Nutzer*innen auf die Konten der Konzerne einzahlen? Oder führt sie zu noch schärferer Ungleichheit und der Finanzialisierung aller menschlichen Beziehungen?

In seinem Buch "Kapital und Ressentiment" (C.H. Beck 2021) setzt der Literaturwissenschaftler Joseph Vogl seine Erforschung der Finanzindustrie fort und zeigt, wie deren Allianz mit den Plattformkonzernen den Populismus zum lukrativen Geschäftsmodell gemacht hat.

Hito Steyerl nutzt die jeweils neuesten Technologien der Kontrolle und Überwachung als künstlerische Werkzeuge. Ihre grellwachen Videoinstallationen und Essays machten sie zu einer der weltweit einflussreichsten Künstlerinnen der Gegenwart.

Ville Haimalas Band Amnesia Scanner (mit Martti Kalliala) schafft erhabene, schwebende Standbilder des Informationsüberflusses voller widersprüchlicher, gegen den Strich gebürsteter Signale. Als einer der interessantesten Produzenten elektronischer Musik hat Haimala mit verschiedenen Künstler*innen gearbeitet, darunter Anne Imhofs aktuelle Ausstellung im Palais de Tokyo in Paris.

Zum ersten Mal sendet Studio Bonn live vor Publikum und weltweit im Livestream (englisch mit deutscher Simultanübersetzung) auf dieser Seite.

STUDIO BONN. Listening to the Future
Das Diskursformat der Bundeskunsthalle

The Common Ground
KULTUR UND KLASSENKAMPF

Dienstag, 22. Juni, 20:15 Uhr digital auf dieser Seite
und anschließend auf Abruf in der Mediathek

Künstlerin HENRIKE NAUMANN, Schriftstellerin ANKE STELLING und Soziologe ANDREAS RECKWITZ im Gespräch mit KOLJA REICHERT
In einer Installation von Henrike Naumann

Die Digitalisierung hat den Streit darüber, was kulturell wertvoll ist, aus den Museen in den Alltag getragen. Alle bewerten einander, jede*r ist Künstler*in, Kritiker*in und Werk. Die einen behaupten sich durch originelle Lebensentwürfe, die anderen verteidigen ihre vermeintlich authentischen Wurzeln. Wenn aber alles und jeder Kulturgut werden kann: Was ist dann noch die Rolle des Kunstwerks?
Ein Gespräch über die veränderten Dynamiken gesellschaftlicher Wertbildung, den verdeckten Klassenkampf durch Kultur und den Zusammenhang von Kultur und Populismus.

Mit Möbeln von Ebay Kleinanzeigen erforscht Henrike Naumann deutsche Psychogeografien nach 1989. Anke Stellings Romane entlarven die Lebenslüge der Selbstverwirklichung. Und Andreas Reckwitz hat mit der "Gesellschaft der Singularitäten" eine Kulturtheorie entwickelt, die das Erstarken des Populismus auch aus dem gewachsenen Stellenwert der Kultur erklärt.

KULTUR UND KLASSENKAMPF ist die zweite Folge des Themenzyklus THE COMMON GROUND über das Verhältnis von Kultur und Gesellschaft, der am 12. Mai im Bundeskanzlerbungalow eröffnet wurde. Diesmal ist STUDIO BONN zu Gast in der Installation "Ostalgie" der Künstlerin Henrike Naumann in der Ausstellung "Diversity United" in Berlin.

Das neue Diskursformat der Bundeskunsthalle geht an den Start
Premiere am 12. Mai 2021 mit Monika Grütters und Eva Kraus zur Zukunft der Kulturpolitik – im Stream aus dem Kanzlerbungalow

Mit STUDIO BONN startet die Bundeskunsthalle am 12. Mai 2021 ein neues Diskursformat. Es widmet sich in den kommenden Jahren verschiedenen Themenzyklen, beginnend mit der Programmreihe „The Common Ground“ über das Verhältnis von Kultur und Gesellschaft. Zur Premiere sprechen Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Intendantin Eva Kraus mit dem neuen Programmkurator Kolja Reichert über die Zukunft der Kulturpolitik.

The Common Ground
Die Zukunft der Kulturpolitik
Mittwoch, 12. Mai 2021, 21.15 Uhr digital auf dieser Seite
im Stream aus dem Kanzlerbungalow und später auf Abruf in der Mediathek

Seit im Jahr 1992 die Bundeskunsthalle eröffnete, ist der politische Kurswert von Kultur konstant gestiegen. Das zeigt sich schon in den Budgetzuwächsen, die Kulturstaatsministerin Monika Grütters in acht Jahren Amtszeit erkämpfte – zuletzt in den zwei Kulturmilliarden zur Linderung der Folgen der Corona-Pandemie. Aber versteht die Politik wirklich, wie Kultur funktioniert und was sie leistet? Reichen die bestehenden Instrumente, um die Arbeit von Künstlerinnen und Künstlern zu sichern? Wie müssen Kultureinrichtungen sich verändern? Braucht es ein Bundeskulturministerium? Und was bleibt von der Kulturhoheit der Länder? Zur Premiere von STUDIO BONN diskutieren Kulturstaatsministerin Monika Grütters, Intendantin Eva Kraus und Kolja Reichert über die Zukunft der Kulturpolitik.

Kolja Reichert
Am 1. Juni übernimmt Kolja Reichert die neu geschaffene Position des Programmkurators mit Schwerpunkt Diskurs in der Bundeskunsthalle. Der bekannte Kunstkritiker und Kurator, 38, studierte Philosophie und Neuere deutsche Literatur an der Freien Universität Berlin. Ab 2006 schrieb Kolja Reichert regelmäßig in Feuilletons über Musik, Kunst und Stadtentwicklung; zwischen 2016 und 2017 verantwortete er in Vertretung die Kunstberichterstattung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, bis 2020 die der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Er unterrichtete an verschiedenen Hochschulen und schrieb Essays für Ausstellungskataloge, zuletzt über die Werke von Franz Erhard Walther und Kai Althoff. 2012 erhielt er den Preis für Kunstkritik der deutschen Kunstvereine und der Art Cologne. 2018 verlieh ihm die Akademie der Künste Berlin den Will-Grohmann-Preis. Im September 2021 erscheint sein Buch „Kryptokunst" in der Reihe Digitale Bildkulturen im Wagenbach Verlag.

Quellennachweise anzeigen
Abbildungen

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

Museumsmeile Bonn
Helmut-Kohl-Allee 4
53113 Bonn
T +49 228 9171–200

Öffnungszeiten

Montags geschlossen
Dienstag und Mittwoch, 10 bis 21 Uhr
Donnerstag bis Sonntag, 10 bis 19 Uhr
(und an allen Feiertagen, auch denen,
die auf einen Montag fallen)