Die Bundeskunsthalle

Die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, kurz: Bundeskunsthalle, ist ein einzigartiger Ort der Kunst, Kultur und Wissenschaft. Im Zentrum des Programms steht die Kunst aller Epochen, einschließlich zeitgenössischer Kunst, sowie Ausstellungen zu kulturhistorischen Themen, Archäologie, Naturwissenschaft und anderen Wissensgebieten. Die Bundeskunsthalle entwickelt und präsentiert darüber hinaus ein eigenständiges Programm im Bereich der darstellenden Künste, mit Gastspielen und Eigenproduktionen verschiedener Künstler und Ensembles aus dem Bereich Theater, Performance, Tanz und Musik.

Ort der Künste und der Kommunikation, international und weltoffen.

Erklärtes Ziel der Bundeskunsthalle ist es, den Blick nicht nur auf die westliche Kultur zu richten, sondern eine globale Perspektive aufzuzeigen. Das Engagement für eine breite kulturelle Teilhabe im Sinne eines umfassenden Inklusions- und Integrationsbegriffs spielt dabei ebenfalls eine wichtige Rolle. Dies spiegelt sich im künstlerischen Programm ebenso wie in den begleitenden Veranstaltungen, die Diskussionen, Lesungen und Vorträge, aber auch Führungen und Workshops umfassen.

Die Bundeskunsthalle hat durch ihre vielfältigen Kooperationen ein internationales Netzwerk zu Kultur- und Wissenschaftsinstitutionen aufgebaut und zugleich ganz unterschiedliche Publikumskreise erschlossen, mit denen stets der Dialog gesucht wird. Aufgabe der Bundeskunsthalle ist es, mit ihren Ausstellungen und Veranstaltungen national wie international ein Schaufenster für jenen offenen Kulturbegriff zu sein, der für die Identität der Bundesrepublik Deutschland von zentraler Bedeutung ist.

Foto zeigt die Bundeskunsthalle und den Vorplatz.

Ausstellungen & Veranstaltungen

Foto zeigt das Forum mit Publikum.

Das Themenspektrum hat sich seit 1992 deutlich erweitert. Große Projekte zur Kunst der klassischen Moderne wie Max Liebermann (2011) und zu künstlerischen Avantgardisten wie Kasimir Malewitsch (2014) stehen neben wissenschaftlich innovativen Ausstellungen wie Napoleon und Europa. Traum und Trauma (2010/11), archäologische Themen wie Gandhara, das buddhistische Erbe Pakistans (2008) neben völkerkundlichen wie James Cook und die Entdeckung der Südsee (2009). Beginnend mit The Museum of Modern Art, New York. From Cézanne to Pollock (1992) startete die Bundeskunsthalle die für sie spezifische Ausstellungsreihe Die Großen Sammlungen, eine Reihe, in der die Sammlungen von mehr als 30 der bedeutendsten Museen der Welt vorgestellt wurden. Hochrenaissance im Vatikan (1998), weitgehend aus Beständen der Vatikanischen Museen bestückt, war ebenso ein Meilenstein wie der immense Publikumserfolg von The Guggenheim (2006). Für zeitgenössische Künstler war die Bundeskunsthalle von Beginn an eine der ersten Adressen. Nach Niki de Saint Phalle (1992) wurden Künstler wie Sam Francis (1993), Gerhard Richter (1993) und Sigmar Polke (1997) in umfassenden Retrospektiven gewürdigt. Georg Baselitz (2004), Markus Lüpertz (2009), Liam Gillick (2010), Thomas Schütte (2010), Heinz Mack (2011), Anselm Kiefer (2012) und John Bock (2013) folgten.

Kulturen, Künstler und Künste

Im Forum, einem Veranstaltungsraum mit bis zu 550 Plätzen, finden Kongresse und Symposien, Diskussionsveranstaltungen, Lesungen, Performances, Festivals, Film-, Tanz- und Theatervorführungen statt. Darüber hinaus bietet die Kunstvermittlung zu jeder Ausstellung eine Fülle von Workshops, Führungen und Vorträgen an. Weitere Angebote und Anregungen bieten die öffentlich zugängliche Kunstbibliothek, der Museumsshop, das Restaurant Gustav und die Gastronomie auf dem Dach der Bundeskunsthalle.

Geschichte

Die Idee einer Bundeskunsthalle ist so alt wie die Republik selbst und die Diskussion über die Ausgestaltung ihrer Hauptstadt. Doch während Bonn 1949 um seine politische Zukunft noch bangen musste – erst am 3. November 1949 fand die entscheidende Abstimmung im Deutschen Bundestag statt, hatte das Projekt Bundeskunsthalle bereits seine erste Lobby. Wie die Zeitung General-Anzeiger am 17. Oktober 1949 berichtete, haben 120 geladene Künstler die Möglichkeit der Errichtung einer Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn diskutiert. Nach vierzig Jahren zähen Ringens um Gestalt, Standort und Funktion eines solchen Hauses legte Bundeskanzler Helmut Kohl am 17. Oktober 1989 den Grundstein für die von Gustav Peichl entworfene Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland.

Nach vierzig Jahren zähen Ringens, legte Bundeskanzler Helmut Kohl am 17. Oktober 1989 den Grundstein.

Am 17. Juni 1992 wurde das Haus eröffnet. Die Konzeption der Bundeskunsthalle war völlig neu. Es gab kein institutionelles Vorbild für ein solches symbolisches, künstlerisches Zentrum eines bedeutenden Nationalstaats, das einzig und allein für Wechselausstellungen und hochkarätige Veranstaltungen geschaffen wurde.

Foto zeigt eine Skizze der Bundeskunsthalle.

Architektur

Foto zeigt einen der Lichttürme von innen.

Der markante Bau an der einstigen Diplomatenrennbahn wurde nach Plänen des Wiener Architekten Gustav Peichl errichtet. Es war nicht zuletzt der heitere, poetische Charakter seiner Architektur, der unter den 35 für den Ideenwettbewerb eingereichten Entwürfen den Ausschlag gab.

Ein Wahrzeichen Bonns

Im Juryprotokoll aus dem Oktober 1986 heißt es: „Der überarbeitete Entwurf versucht verstärkt, Demokratie in der Mitte Europas sowohl funktionell als auch gestalterisch in den Neubau der Kunsthalle Bonn einzubringen. Abgeschlossene funktionsgerechte Raumentwicklung einerseits und eine durch einen poetischen Charakter versuchte Ausstrahlung nach außen geben dem Bauwerk eine eigenständige Physiognomie. (...) Die aufregenden individuell gestalteten Lichttürme mit Steinverkleidung und Kupferblechabdeckung sollen den kulturellen und künstlerischen Inhalt des Gebäudes signalisieren.“

Die drei markanten, elegant zugespitzten Lichtkegel, die heute in einer leuchtend blauen Majolika-Verkleidung erstrahlen, entwickelten sich von Beginn an nicht nur zum Wahrzeichen des Hauses, sondern auch zu einem Wahrzeichen der Stadt.
Die Architektur bietet ein differenziertes und variables System von kleinen, mittleren und großen Räumen mit insgesamt 5.600 m², die sowohl mit Tages- als auch mit Kunstlicht beleuchtet werden können. Das Raumprogramm lässt jede Form von Ausstellung zu, sei es eine raumgreifende Großausstellung oder eine kleine Kabinettausstellung. Die bepflanzte Dachlandschaft, die fünfte Fassade, wie sie vom Architekten genannt wurde, dient als öffentlicher Raum für Skulpturen- und Gartenausstellungen und erweitert die Ausstellungsfläche um 8.000 m².

Leitbild

Wir besetzen in der kulturellen Landschaft Deutschlands auf nationaler und internationaler Ebene eine herausragende Position.

Unsere Aufgabe ist es, geistige und kulturelle Entwicklungen in vielfältigen Ausstellungen und Veranstaltungen sichtbar zu machen und Räume zu schaffen, die allen Besuchern, ungeachtet ihres persönlichen Hintergrundes, den Zugang zu Kunst und Kultur ermöglichen.

In unseren Ausstellungen schaffen wir stets eine Referenz zum Heute und übernehmen damit Verantwortung für das Selbstverständnis Deutschlands als Kulturnation und einen kontinuierlichen kulturellen Austausch innerhalb Deutschlands, Europas und der Welt.

Vielfalt

Wir haben das Privileg und die Aufgabe, interdisziplinär zu arbeiten. Wir schlagen den Bogen zwischen Kunst und Wissenschaft, zwischen Populärkultur, Archäologie, Kulturgeschichte und zeitgenössischer Kunst.
Durch unsere Vielfalt öffnen wir einem breiten Publikum die Tür zu Kunst und Kultur. Die Kunst steht dabei an zentraler Stelle. Deswegen unser Leitsatz: „Keine Ausstellung ohne Kunst!“

Qualität

Hochkarätige nationale und internationale Partner, der breite Erfahrungsschatz unserer Mitarbeiter/-innen und ihre ausgeprägten fachlichen Kompetenzen sind die Garanten des hohen Qualitätsanspruches unseres Hauses. Wir gehen in unseren Ausstellungen und Veranstaltungen stets in die Tiefe und streben nach kultureller Nachhaltigkeit.

Weltoffenheit

Wir sind einer gesellschaftlich-kulturellen Offenheit und Aufgeschlossenheit verpflichtet. Mit dieser Grundhaltung leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Rolle der Bundesrepublik Deutschland in der globalisierten Welt und tragen den gesellschaftlichen Veränderungen unserer Zeit Rechnung.

Wir setzen Maßstäbe

Mit unserer Innovationskraft setzen wir Maßstäbe, denken jede Ausstellung und Veranstaltung neu und anders. Unsere Arbeit erfährt besondere Aufmerksamkeit, da wir unser Land nach außen und innen vertreten. Daher kommt uns eine besondere Verpflichtung zu, mit den Werken und Inhalten verantwortungsvoll und wertschätzend umzugehen.

Agilität

Wir sind ein lebendiges Ausstellungshaus. Dazu müssen wir den Blickwinkel immer wieder ändern und offen für neue Perspektiven und Denkmuster sein.
Keine eigene Sammlung zu besitzen schickt uns stets auf die Suche nach neuen Themen und Umsetzungsformen. Mit unseren wechselnden Ausstellungen und Programmen tragen wir dazu bei, der Öffentlichkeit ein breites Kulturangebot zu machen.

Inklusion

Durch die kulturelle Vielfalt unseres Hauses stützen wir das Recht eines jeden Menschen auf Teilhabe an Kultur und Bildung, ungeachtet kognitiver Beeinträchtigungen sowie sozialer und körperlicher Barrieren.
Damit fördern wir entsprechend unserem politischen Auftrag die soziale Handlungskompetenz für die Bewältigung neuer gesellschaftlicher Herausforderungen.

Projekte der Bundeskunsthalle

Kultur leben und kulturellen Austausch fördern – in diesem Sinn widmet sich die Bundeskunsthalle der Forschung und der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Kooperationspartner*innen auf europäischer und internationaler Ebene.
 

Gesellschafts-Forum der Bundeskunsthalle

Bürger*innen werden in die Weiterentwicklung der Bundeskunsthalle einbezogen, um von ihren Anregungen und Empfehlungen zu lernen – im Nachdenken über Infrastruktur, Willkommenskultur, Inklusion, Teilhabe oder generell über eine zukünftige thematische Ausrichtung.

 


Salon 53177

Das kreative Wohnzimmer in Bad Godesberg – aus dem Stadtteil für den Stadtteil.

 


Dancing Museums

Dies ist ein Forschungs-Projekt (action-research) mit dem Ziel, langfristige Kooperationen zwischen Tanzeinrichtungen, Museen, Universitäten und lokalen Kommunen zu etablieren, aus denen wiederum kulturelle Angebote für Besucher/-innen vor Ort entstehen sollen.

 


Iran: The Provincial Museum Yazd & National Museum Teheran

Gemeinsam mit verschiedenen lokalen Partnerinstitutionen werden in den Jahren 2017 bis 2022 zwei von der Gerda Henkel Stiftung in ihrem Förderschwerpunkt »Patrimonies« unterstützte Projekte am Nationalmuseum Teheran und in der Provinzstadt Yazd durchgeführt.