AUSSTELLUNGEN

Carsten Höller
Bonner Rutschbahn / Bonn Slide

ab 13. April 2019, die Nutzung ist kostenfrei

Der Künstler Carsten Höller hat für die Bundeskunsthalle eine spezielle, ortsbezogene Slide für die Eingangsfassade entwickelt, die das Dach und den Vorplatz verbindet. Die Skulptur und die Architektur von Gustav Peichl gehen damit eine respektvolle Symbiose ein, die den Besucher beides anders verstehen lässt, als die separate Betrachtung von künstlerischer Ästhetik und funktionaler Nutzung. Die Arbeit wurde mit der Ausstellung The Playground Project – Outdoor eröffnet, bleibt aber für mehrere Jahre installiert und saisonal nutzbar.
Höller versteht ein Museum auch als Raum für Experimente, Innovationen und zum Erproben unerwarteter Ideen und Konzepte. So erweitert er das Medium Skulptur zum Handlungsraum und macht die körperliche und emotionale Erfahrung und Wahrnehmung des Betrachters/Besuchers auf spielerische Weise zum zentralen Bestandteil seiner Kunst. 

Power Play
Anna Uddenberg

5. April bis 22. September 2019

Anna Uddenberg beschäftigt sich mit gesellschaftlichen Konventionen, Normen, Strukturen, Rhetoriken und hinterfragt Denk- und Sehgewohnheiten sowie unsere mentale und physische Mobilität. Mit ihren Skulpturen und Installationen reflektiert sie unsere Zeit, unseren Alltag und untersucht, wie sich die Konsumkultur auch durch neue Technologien – insbesondere die sozialen Medien – verändert. Sie analysiert Gesellschafts- und Kultursysteme und hinterfragt explizit die Rolle, das Rollenmuster und -klischee von Frauen. Ihre hybriden Skylpturen – ‚Sitzmöbel‘ und unrealistische ‚Idealtypen‘ – belegen das Interesse der Künstlerin an Raum (für Hinterfragungen gesellschaftlicher Verhältnisse und Utopien) und an Repräsentationsformen.
Uddenberg überzeichnet den weiblichen Körper, und sie verbindet Handgefertigtes mit Vorgefundenem (Readymades). Ihre visuell irritierenden und häufig verblüffenden Arbeiten halten der modernen Gesellschaft den Spiegel vor und fordern den Betrachter auf, die Normen und Werte unserer Zeit zu hinterfragen.

Goethes Gärten
Grüne Welten auf dem Dach
der Bundeskunsthalle

13. April bis 22. September 2019

Der Garten auf dem Dach der Bundeskunsthalle lädt zum Flanieren und Verweilen ein, zum ästhetischen Genuss und zur naturwissenschaftlichen Erkundung.
Als Goethe im Frühjahr 1776 sein erstes Weimarer Anwesen, das berühmte „Gartenhaus“ unweit der Ilm, bezog, galt sein besonderes Interesse dem weitläufigen Garten, dessen Neugestaltung er sogleich in Angriff nahm. Neben einem Nutzgarten legte Goethe auch einen kleinen englischen Landschaftsgarten mit gewundenen Wegen und schattigen Ruheplätzen an. Überdies unterhielt er zahlreiche Blumenbeete für seine botanischen Experimente, die ihn mit den Jahren zu einer eigenen Metamorphosenlehre führten. Auch im repräsentativen Haus am Weimarer Frauenplan, das er später bezog, schenkte er dem dortigen Garten seine besondere Aufmerksamkeit. In einem Pavillon an der Südseite des Gartens richtete er sogar seine geowissenschaftliche Sammlung ein, die Mineralien, Gesteine sowie Fossilien aus aller Welt umfasste.
Der Garten der Bundeskunsthalle wird all diese Aspekte aufgreifen. Da er sich zwischen Mai und September immer wieder verändern wird, empfiehlt sich zudem ein mehrmaliger Besuch.

Goethe
Verwandlung der Welt

17. Mai bis 15. September 2019

Johann Wolfgang Goethe ist der weltweit bekannteste Dichter deutscher Sprache. Bereits zu Lebzeiten erstreckte sich sein Ruhm auf ganz Europa. Goethes literarische Werke wurden in unzählige Sprachen übersetzt. Figuren wie Werther oder Faust eroberten alle Kunstgattungen und sämtliche Sparten der Populärkultur. Wie kein zweiter Autor seiner Zeit hat Goethe jene Veränderungen reflektiert, die um 1800 die politischen, ökonomischen und kulturellen Fundamente Europas erschütterten. Goethe war allerdings nicht nur ein kritischer Beobachter der anbrechenden Moderne, sondern zugleich auch ein äußerst wandlungsfähiger Künstler, der bis heute Schriftsteller, Maler und Bildhauer sowie Komponisten, Fotografen und Regisseure inspiriert hat. Die erste große Goethe-Ausstellung seit 25 Jahren veranschaulicht das Werk des Dichters im Horizont der frühen Moderne und vergegenwärtigt seine einzigartige Wirkungsgeschichte. 

Eine Ausstellung der Bundeskunsthalle und der Klassik Stiftung Weimar in Kooperation mit dem Freien Deutschen Hochstift, Frankfurt a. M., dem Goethe-Museum Düsseldorf und dem Museum Casa di Goethe, Rom unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Von Mossul nach Palmyra
Eine virtuelle Reise
durch das Weltkulturerbe

30. August bis 3. November 2019 

„Eine Ausstellung, die Geschichte schreiben wird. [...] Zum Weinen schön.“ (Die Welt)
Mossul, Aleppo, Palmyra, Leptis Magna – diese Städte sind Symbole für das sagenumwobene Weltkulturerbe vergangener Zivilisationen, aber auch für die Zerstörung ihrer Denkmäler durch Fanatismus und Kriege. Mit Hilfe modernster virtueller Rekonstruktionen erweckt die Ausstellung diese legendären und heute zerstörten Stätten zu neuem Leben. Wir laden Sie ein, die glorreiche Vergangenheit dieser Orte, die Geschichte ihrer Zerstörung und die Möglichkeit einer Rekonstruktion in spektakulären Animationen zu erleben.
Die Reiseroute verläuft vom antiken Ninive, das heute innerhalb von Mossul (Irak) liegt, nach Aleppo (Syrien). Hier haben muslimische Reiche von den Umayyaden bis zu den Osmanen einen großartigen architektonischen Schatz hinterlassen. Weitere Stationen sind Leptis Magna (Libyen), das von den Phöniziern gegründete „afrikanische Rom“, und Palmyra (Syrien), die legendäre griechisch-römische „Perle des Orients“. Die Bundeskunsthalle unterstreicht mit dieser Ausstellung die Bedeutung des Erhalts dieses universellen Erbes der Menschheit.

In Kooperation mit dem Institut du Monde Arabe (IMA), Paris

California Dreams
San Francisco – Ein Porträt

12. September 2019 bis 12. Januar 2020

Die Ausstellung zeichnet ein vielfältiges Porträt der Stadt San Francisco über vier Jahrhunderte.
San Francisco und Kalifornien als ganze Region stehen seit jeher symbolisch für die Träume von einem „besseren Leben“: Träume von Wohlstand und Überfluss, von anderen (zuweilen utopischen) Gesellschaftsordnungen, innovativen Lebensentwürfen und künstlerischen Perspektiven sowie von neuen wissenschaftlichen und technologischen Horizonten.
Sowohl der pazifisch-asiatische Raum im Westen als auch Europa im Osten haben San Francisco nachhaltig geprägt. Mit Kunstwerken und historischen Objekten erzählt die Ausstellung die wechselvolle Geschichte dieser Stadt, von der immer wieder weltweite Impulse ausgingen. So berührt die Ausstellung wichtige globale Fragen unserer Gegenwart, besonders die Themen Migration und Vertreibung. Die Ausstellung würdigt San Francisco als einen Ort, dessen pluralistische Identität bis heute stetig neu verhandelt werden muss.

Bundespreis für Kunststudierende

18. Oktober 2019 bis 5. Januar 2020
24. Bundeswettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Alle zwei Jahre schreibt das Bundesministerium für Bildung und Forschung den Wettbewerb Bundespreis für Kunststudierende aus. Er richtet sich an die Studierenden der 24 Kunsthochschulen in Deutschland. Jede Kunsthochschule entsendet je zwei Studierende in den Wettbewerb.
Eine Jury wählt aus den Nominierten fünf bis acht Preisträger/innen aus. Sie erhalten eine Ausstellung in der Bundeskunsthalle mit Katalog, einen Geldpreis und ein Produktionsstipendium.
Der Bundespreis für Kunststudierende wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und vom Deutschen Studentenwerk organisiert. Er soll junge Künstlerinnen und Künstler dabei unterstützen, Ausstellungserfahrung zu sammeln und den Sprung von der Akademie in die freiberufliche Praxis zu meistern.
Die Gestaltung von Plakat und Katalog liegt in der Hand der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg.

Martin Kippenberger vor einer Wandarbeit von Günther Förg, Galerie Max Hetzler, Köln 1985 © Foto: Estate Günther Förg, Suisse / VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Courtesy the Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne

Martin Kippenberger
BITTESCHÖN DANKESCHÖN
Eine Retrospektive

1. November 2019 bis 16. Februar 2020

Martin Kippenberger (1953 – 1997) war einer der medial und stilistisch vielseitigsten und wichtigsten deutschen Künstler, der die 1980er- und 1990er-Jahre maßgeblich geprägt hat. Sein Schaffen führte schon zu Lebzeiten zu einer herausragenden Position innerhalb der zeitgenössischen Kunstgeschichte und wirkt bis heute international – auch für die jüngere Künstlergeneration. Sein Werk basiert auf einer scharfen Beobachtung des alltäglichen Lebens, einer profunden Kenntnis der Kunstgeschichte und war immer eng mit seiner Biografie und seiner Haltung als Künstler verbunden. Seine Arbeiten spiegeln nur scheinbar einen unbekümmerten Dilettantismus, den er jedoch wohl durchdacht und strategisch einsetzte.
Sein Werk ist geprägt von überbordender, manchmal grenzüberschreitender Kreativität, großer Empathie, sowie inhaltlicher und formaler Diversität, die sich sowohl in Ernsthaftigkeit als auch in Pathos äußern kann – er war ein Meister des bewussten ‚Spiels‘, des Auslotens und Zusammenfügens.
Die Ausstellung soll die besondere Komplexität seines Werkes in all seinen Facetten und Medien (Malerei, Skulptur, Zeichnungen, Collagen, Multiples, Plakate, Künstlerbücher) aufzeigen.

Karl Josef Stieler, Beethoven mit dem Manuskript der Missa solemnis, , Ausschnitt, 1820, Beethoven-Haus Bonn © Beethoven-Haus Bonn

Beethoven
Welt.Bürger.Musik

17. Dezember 2019 bis 26. April 2020

Zum 250. Geburtstag des großen Komponisten und Visionärs Ludwig van Beethoven (1770–1827) präsentiert die Bundeskunsthalle in Kooperation mit dem Beethoven-Haus Bonn die zentrale Ausstellung zum Jubiläumsjahr 2020.
Die Schau zeichnet die wichtigsten Lebensstationen Beethovens nach und verschränkt diese mit seinem musikalischen Werk. Sie gliedert sich in Themenkreise wie „Beethovens Sicht auf sich selbst“, „Freundschaften“ und „Geschäftliche Strategien“, denen jeweils musikalische Schlüsselwerke zugeordnet sind. Sie präsentiert einzigartige Originalexponate und ikonische Porträts, die die Persönlichkeit des Komponisten vorstellen und gleichzeitig sein gängiges Bild in der Öffentlichkeit hinterfragen. Originalinstrumente und Hörstationen lassen die Besucher/-innen in historische Klangwelten eintauchen. Es wird nicht nur die Arbeitsweise des Komponisten, sondern auch der kulturhistorische Kontext seiner Lebens- und Wirkungsgeschichte veranschaulicht.

Eine Ausstellung der Bundeskunsthalle in Kooperation mit dem Beethoven-Haus Bonn.

Quellennachweise anzeigen
Abbildungen
  1. Carsten Höller, Bonner Rutschbahn, 2018, Simulation, Tubular spiral slide (stainless steel with polycarbonate cover), Höhe ca. 13,60 Meter, gesamte Länge ca. 35 Meter© Carsten Höller, VG Bild-Kunst, Bonn 2019Carsten Höller, Bonner Rutschbahn, 2018, Simulation, Tubular spiral slide (stainless steel with polycarbonate cover), Höhe ca. 13,60 Meter, gesamte Länge ca. 35 Meter © Carsten Höller, VG Bild-Kunst, Bonn 2019
  2. Blick in Goethes Garten beim Gartenhaus in Weimar, Foto: Frank Buchholz, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
  3. Martin Kippenberger vor einer Wandarbeit von Günther Förg, Galerie Max Hetzler, Köln 1985 © Foto: Estate Günther Förg, Suisse / VG Bild-Kunst, Bonn 2019 Courtesy the Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, CologneMartin Kippenberger vor einer Wandarbeit von Günther Förg, Galerie Max Hetzler, Köln 1985 © Foto: Estate Günther Förg, Suisse / VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Courtesy the Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne
  4. V.l.n.r. Joseph Sharp, ca. 1855 © The Bancroft Library / Isaac W. Baker, Chinese Man, ca. 1853 © Oakland Museum of California / © Adobe Stock / Voyage Pittoresque Autour du Monde © The Bancroft Library
  5. Goethe, Illustration von Maria Gottweiss nach dem Gemälde von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, Goethe in der römischen Campagna, 1787 © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH
  6. Anna Uddenberg Focus (keep calm), 2018, 158 x 60 x 70 cm, Courtesy the artist; Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin © Photo: Gunter LepkowskiAnna Uddenberg Focus (keep calm), Ausschnitt, 2018, 158 x 60 x 70 cm, Courtesy the artist; Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin © Photo: Gunter Lepkowski
  7. 3D Abbildung des Triumphbogens von Leptis Magna, 2018© Graphic Design: La Méchanique du Plastique, FFD ICONEM / MAFL / DOA3D Abbildung des Triumphbogens von Leptis Magna, 2018 © Graphic Design: La Méchanique du Plastique, FFD ICONEM / MAFL / DOA
  8. Karl Josef Stieler, Beethoven mit dem Manuskript der Missa solemnis, Ausschnitt, 1820, Beethoven-Haus Bonn© Beethoven-Haus BonnKarl Josef Stieler, Beethoven mit dem Manuskript der Missa solemnis, , Ausschnitt, 1820, Beethoven-Haus Bonn © Beethoven-Haus Bonn

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